Es war ein Dienstag.

Ich lag auf dem Boden meines Wohnzimmers. Mein Herz raste, meine Hände waren taub, und ich war mir sicher: Das ist es jetzt. Herzinfarkt. 29.

Es war kein Herzinfarkt. Es war meine erste Panikattacke. Und während ich da lag und nicht wusste, was mit mir geschah, passierte etwas, das ich erst viel später verstehen würde. Mein Körper hatte die Entscheidung getroffen, die mein Kopf seit Jahren verweigerte. Er sagte: So geht es nicht weiter.

Was der Kopf jahrelang gemanagt hatte — die Verantwortung für alle, das Funktionieren um jeden Preis, die ewige Rolle der Zuständigen — das machte mein Körper an diesem Dienstag unignorierbar.

Ich war keine 30, und ich war komplett erschöpft. Nicht von zu viel Arbeit, sondern davon, ein fremdes Leben zu leben.


Die Demontage

Danach habe ich, langsam, seeehr langsam, jedes Muster auseinandergenommen, bis fast nichts mehr übrig war.

Warum sage ich immer ja, wenn ich nein meine?

Warum fühle ich mich schuldig, wenn ich nichts tue?

Warum scanne ich ständig die Stimmung aller anderen, als hinge mein Überleben davon ab?

Es hing tatsächlich davon ab. Als Kind hatte ich gelernt: Liebe ist Gegenleistung. Zuneigung gab es fürs Funktionieren, nicht fürs Sein. Ich war die emotionale Managerin meiner Familie, bevor ich wusste, was ich selbst fühlte. Und ich hatte diese Überlebensstrategie so perfektioniert, dass ich nicht einmal mehr merkte, dass ich dabei selbst total auf der Strecke blieb.

Ich habe das fremde Skript nicht nur studiert. Ich habe es gelebt und erfolgreich demontiert. Ich habe jedes Muster hinterfragt, jede Überzeugung angezweifelt, jeden Automatismus unterbrochen. Und dann habe ich mein Fundament von Grund auf neu gebaut. Als die Architektin meines Lebens. Die Autorin meiner eigenen Zukunft.

Dieser Prozess hat Jahre gedauert. Er war nicht linear. Es gab Rückschritte, Zweifel, Momente, in denen ich dachte: Vielleicht war das alte Skript ja doch nicht so verkehrt. Schließlich war es wenigstens vertraut. Aber ich bin weitergegangen, weil ich wusste: Es gibt MEIN EIGENES Leben auf der anderen Seite. Und es wird anders sein, als alles was ich bisher kannte.

Meine Arbeit

Ich zeige dir kein Konzept, das ich irgendwo gelernt habe. Es ist mein eigener Körper, der diesen Weg gegangen ist: vom Zusammenbruch über die Dekonstruktion bishin zur Autorinnenschaft.

Ich arbeite körperorientiert und traumasensibel. Mit einer Haltung, die nicht auf das Defizit schaut, sondern auf das, was bereits da ist. Ich bin überzeugt: Du musst nicht erst “geheilt” sein, um ein authentisches Leben zu führen. Die Fähigkeit dazu ist bereits in dir. Sie ist nur verschüttet unter jahrelanger Überfunktion.

Meine Arbeit ist NARM-informiert (NeuroAffective Relational Model), einem Ansatz, der Entwicklungstrauma nicht als Defekt begreift, sondern als Überlebensleistung. Ich arbeite IFS-informiert (Internal Family Systems): “Ein Teil von dir hat Angst, dass du allein zurückbleibst. Ein anderer Teil weiss, dass du gehen musst. Beide haben recht.” Und meine Arbeit ist verkörpert: Trauma sitzt nicht nur im Kopf, es sitzt vor allem im Nervensystem. In deinem Atem, und in den Schultern, die nie ganz runterkommen. Deshalb reicht “darüber reden” auch nicht. Veränderung ist eine körperliche Erfahrung.

Ich denke das Persönliche politisch, und das Politische intersektional. Lindsay C. Gibson gab dem Internalizer einen Namen. Beatrice Frasl enttarnte das romantische Skript als strukturelles System. Rebekka Endler sprach davon, dass Feminismus über die eigenen Reihen hinausgehen muss, sonst ist er keiner. Und Joanna Macy lehrte mich, dass individuelle Heilung kein privates Projekt ist, sondern ein Beitrag.

Aber in meiner Arbeit zitiere ich nicht aus Lehrbüchern. Ich argumentiere mit meinem Körper, der zusammengebrochen ist. Ich wiederhole nicht, ich übersetze. Frasl sagt “das System”. Ich sage: Ich war das selber mal.

Meine formale Qualifikation

  • Bachelor of Science (BSc) in Diätologie
  • Diplomierte Lebens- und Sozialberaterin (nach österreichischem Gewerberecht)
  • Selbststudium und Fortbildungen in traumasensibler, körperorientierter Arbeit, NARM und IFS
  • Laufende Supervision und Intervision

Ich bin nicht die Heldin dieser Geschichte.

Ich habe sie durchlebt und halte jetzt die Karte. Ich bin die Kartografin, nicht die strahlende Erfolgsfrau, nicht die Therapeutin mit der perfekten Lösung. Ich bin jemand, der einen weiten Weg gegangen ist und zurückkam mit dem Wissen: Hier geht es lang. Und du musst den Weg nicht allein gehen.

Ich will dir nicht zeigen, wie du im bestehenden System besser verhandelst. Ich bringe dir bei, das System zu erkennen, auszusteigen, neu aufzusetzen, und dann deine Freiheit so zu nutzen, dass nicht nur du selbst davon profitierst.

Die Fähigkeit zur Autorinnenschaft ist in dir. Du hast eine ganze Familie gemanagt, bevor du 10 warst. Du musst sie dir nicht verdienen. Du darfst lernen, den Stift für deine eigene Geschichte aufs Papier zu bringen.

Und wenn du bereit bist, geh ich mit dir.

Ich begleite dich in 1:1-Sitzungen, online oder in Wien. Entweder als Jahresprogramm über 12 Monate, oder auch als einzelne Sitzung, wenn du erst hineinspüren willst, ob dieser Weg für dich stimmt.